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Tarzan
Ein weiterer sehr erfolgreicher Film aus dem Hause Disney.
Nach der eher unbekannten Saga von "Mulan" aus dem
Vorjahr, hat man sich im 37. abendfüllenden Spielfilm über eine
weitaus bekanntere literarische Gestalt hergemacht: Dem
Affenmenschen Tarzan von Edgar Rice Bourroughs. Der
Schriftsteller hatte schon im Jahr 1937 - nachdem er "Schneewittchen"
gesehen hatte - bei Walt Disney angefragt, ob er seinen Stoff
nicht vielleicht verfilmen wolle. Über 60 Jahre später ist es
also soweit.
Die Geschichte des kleinen Jungen, dessen Eltern im Urwald
umkommen (hier durch einen Leoparden) und der bei einer Horde
Affen aufwächst (liebevoll, die Affenmutter Kala), ist ja hinlänglich
bekannt. Natürlich hielten sich die Autoren bei Disney nicht
sklavisch an die Vorlage, sondern peppten die spannende
Geschichte zusätzlich auf. So gibt es Raum für Abenteuer von
Tarzan als kleinen Jungen, seine Probleme bei der Integration in
die Affensippe und einen schießwütigen Bösewicht. Statt durch
den Urwald zu schwingen, surft Tarzan in wahnsinnigem Tempo
geradezu durch den Urwald.
Tricktechnisch ist der Film natürlich wieder hervorragend: Die
Verfolgungsjagden sind atemberaubend und brilliant in Szene
gesetzt, einige Landschaftsimpressionen einfach schön und die
Tierwelt liebevoll animiert.
Aber es gibt auch einige kleinere Wermutstropfen. So hat man sich
bei der Gestaltung der Tiere eindeutig mehr Mühe gegeben als bei
den Menschen. Vielleicht hat man bei Disney nur den Versuch
aufgegeben Mensch realistisch hinzukriegen und man bleibt lieber
bei cartoonartig überzeichneten (z. B. der Vater von Jane oder
der Bösewicht Clayton) bzw. reduziert dargestellten Personen (Tarzan).
Nicht besonders einprägsam waren diesmal die Sidekicks. Weder
Tonto, der empfindsame Elefant noch das coole Gorillamädchen
Terk bleiben wirklich im Gedächtnis haften. Dafür kam aber die
Forschertochter und Upper-Class-Girl Jane (Stimme Anke Engelke)
sehr gelungen rüber. Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Gesang
von Phil Collins, der es sich nicht nehmen ließ nicht nur den
gesamten Musikscore zu schreiben, sondern die Lieder auch auf
Deutsch selbst zu singen. Die Trickcharaktere schmettern also
ausnahmsweise ihre Songs "nicht selbst".
Aber alles in allem haben die Disney-Studios wieder einen
lohnenswerten Kinofilm abgeliefert. Als Lohn für die Mühen
klingelten dann die Kinokassen kräftig. Über 430 Millionen
Dollar wurden weltweit eingenommen (USA 171 Millionen Dollar, bei
uns immerhin 5,5 Millionen Zuschauer) - damit schaffte "Tarzan"
als dritter Trickfilm die 400-Millionen-Dollar Hürde. Unerreicht
weiterhin: Der König der Löwen.
Für Phil Collins Titelsong "You'll Be in My Heart" gab
es den Golden Globe und den Oscar.
| Originaltitel | Tarzan of Apes |
| Produktionsfirma | Walt Disney |
| Regie | Kevin Lima, Chris Buck |
| Originalvorlage | Roman "Tarzan of Apes" von Edgar Rice Burroughs |
| Drehbuch | Tab Murphy, Bob Tzudiker, Noni White |
| Musik | Phil Collins; Mark Mancina |
| Deutsche Synchronisationsstimmen | Anke Engelke; Detlev Buck, Heike Makatsch |
| Jahr | 1999 |
| Länge | 88 Minuten |
| Internetseite | www.tarzan.com |
