Avatar-Der Herr der Elemente

Avatar, der Herr der Elemente
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Auf einem fremden Planeten wurde eine Fantasy angesiedelt, die mit vielen asiatischen Versatzstücken angereichert wurde. Im Mittelpunkt steht der zwölfjährige Aang, der mit seiner kunstvoll bemalten Glatze (einem blauen Pfeil) aussieht wie ein Shaolin-Mönch. Aber er hat, trotz seines kindlichen Wesens eine große Bürde zu tragen, denn er ist der geheimnisvolle Avatar. Dieses Wesen kann die Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft bändigen und ist in der Lage, Frieden in eine vom Krieg zerrissene Welt zu bringen.
Dieser mögliche Friedensbringer/Heiland verschwand vor hundert Jahren und als das Geschwisterpaar Katara und Sokka von den Wasserstämmen, die am Südpol leben, eines Tages den im Eisberg eingefroren Jungen Aang entdecken, macht er zunächst alles andere als den Eindruck des wiedergeborenen Retters. Er tollt lieber übermütig herum und hat Spaß wie andere Jungen in seinem Alter.
Dann wird das Dorf von der kriegerischen Feuernation angegriffen, das die Herrschaft über die gesamte Welt anstrebt. Erstmals zeigen sich Aangs vielfältige Fähigkeiten und ungeheure Kraft, wenn er in den Avatar-Zustand gerät. Begleitet von Katara und Sokka macht er sich mit dem fliegenden Bison Appa auf, das Gleichgewicht der Elemente und damit die Harmonie unter den vier Völkern wiederherzustellen. Später schließt sich ihnen noch der freche Lemur Momo an. Verfolgt werden sie vom ungestümen Prinz Zuko von der Feuernation, der begleitet von seinem gelassenen Onkel, sich den Ruhm erwerben will, den Avatar einzufangen. Dabei kommt ihn immer wieder sein Erzrivale Zhao ins Gehege.

Bewertung: Die Freunde spannender Fantasy werden bestens bedient. Ein Hauch Asien ist nach dem weltweiten Siegeszug von Manga und Anime inzwischen auch bei vielen amerikanischen und europäischen Produktionen wiederzufinden („Disneys American Dragon“ oder „Im Bann des Drachen“). Allerdings wurde beim „Avatar“ bis auf einige Szenen mit den typisch karikierenden Gesichtsausdrücken auf Anleihen bei  Animes weitgehend verzichtet. Dafür erinnerte man sich, was ost-westliche Fantasy-Geschichten ausmacht: Interessante Charaktere, phantastische Landschaften, mythische Wesen und Personen, eine Prise Religion/Spiritualtät sowie eine quasi-historische Einbettung der Story, in der es natürlich nicht weniger als um die Rettung einer Welt gehen kann.
All diese Rezepte, die spätestens seit der Verfilmung von „Der Herr der Ringe“ allgemein bekannt sind, finden sich wieder, ohne dabei als billige Plagiate daherzukommen. Schon die Einteilung nach Kapiteln (Feuer, Wasser, Erde, Luft) und ein Intro mit kurzem Geschichtsabriss sorgen gleich für die richtige Atmosphäre. Verzichtet wurde allerdings auf allzu viel Düsternis bei den Bösewichtern, denn schließlich sollte ein jüngeres Publikum angesprochen werden.
Übrigens wem es wie mir geht und unter dem Begriff „Avatar“ lediglich eine Kunst-/Ersatzfigur versteht, die man aus Computerspielen oder dem Internet kennt, der kapiert nicht so ganz, warum Aang so bezeichnet wird. Verständlicher ist da schon der Ursprung des Begriffes, der sich aus dem Sanskrit ableitet. Avatāra bedeutet da „Abstieg“, was sich auf das Herabsteigen einer Gottheit in irdische Sphären bezieht.
Trotz großem Erfolg endete die Geschichte nach 61 Folgen und wurde dann als Comic fortgesetzt. Animiert folgte eine neue Serie mit weiblicher Heldin: „Die Legende von Korra“.

Originaltitel

Avatar: The Last Airbender

Produktionsfirma

Nickelodeon, Viacom Inc.
Co-Produzent Aaron Ehasz
Ausführende Produzenten Michael Dante Dimartino, Bryan Konietzko
Regie Dave Filoni, Lauren MacMullan, Giancarlo Volpe, Anthony Lioi
Idee Michael DiMartino, Bryan Konietzko
Buch Michael Dante Dimartino, Bryan Konietzko u.a.
Musik Track Team: Ben Wynn, Jeremy Zuckerman
Jahr 2004-2008

Zahl der Folgen

61 Folgen in 3 Büchern