Angela Anaconda

Angela Anaconda
Copyright: DECODE

Die sommersprossige, achtjährige Angela ist nicht nur Trägerin eines ungewöhnlichen Nachnamens, sondern auch ein besonders freches, fantasievolles und selbstbewusstes Mädchen. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter, einer Bildhauerin, ihrem Vater, einem verunglückten Erfinder, ihren nervigen Zwillingsbrüdern Marc und Derek, dem Baby Lulu und dem Hund King im kleinen US-Städtchen Tapwater Springs. Hier geht sie auf die Grundschule, wo die Klassenlehrerin Miss Brinks – sie sieht aus wie Dame Edna – ein Auge auf die nicht immer allzu aufmerksame Angela geworfen hat. Ihr Liebling ist dagegen die goldgelockte Streberin und Neureiche Nanette Manoir, die so vornehm ist, dass sie ständig französische Brocken in ihr Vokabular einflechtet. Ganz klar eine natürliche Erzfeindin für unsere Heldin und ihren Freunden.
Dazu zählen die bebrillte, pummelige Gina Lash, die ganz versessen auf Zimtschnecken ist, der Dauerallergiker Gordy Lash und schließlich der etwas einfältige Johnny Abatti, Sohn des besten Pizzabäckers in Tapwater Springs.
Meist werden Alltagsgeschichten aus dem Leben der Drittklässlerin erzählt, die sich immer wieder in wilde Tagträume flüchtet: Hier nimmt sie genüsslich auf fantasievolle Weise Rache an der „blöden französischen Kuh Nanette“, der sie immer neue, nicht gerade schmeichelhafte Namen verpasst.

Bewertung: Eine weitere Serie von Sue Rose („Pepper Ann“), die die Welt aus Sicht einer frechen und nicht gerade hübschen Schülerin sieht. Was die Serie zu etwas Besonderem macht, ist vor allem ihre Machart. Die Gesichter und Gliedmaßen in Schwarz-Weiss wirken wie aufgeklebte Fotos aus Katalogen, werden aber tatsächlich am Computer (2D) animiert. Es entstehen so semi-realistische Figuren, deren Design an eine Fortentwicklung von „South Park“ oder „Monty Python“ erinnert („Cut and Paste-Style“). Die Figuren zappeln wild herum und haben eine vielfältige Mimik.
Die Alltagsgeschichten leben von den wilden Fantasien Angelas, was sie alles am liebsten mit ihrer Erzfeindin Nanette Manoir anstellen würde. Dabei geht es aber keineswegs grausam zu, sondern verrückt und lustig.
Nicht nur bei den Kids kam die Serie gut an (bis zu 40% Marktanteil bei den 3-13 Jährigen), sondern auch bei Preisverleihungen – so gab es Emmy Auszeichnungen und im Jahr 2000 wurde sie in Annecy als beste Animationsserie ausgezeichnet. In Deutschland gab es im Jahr 2002 den „EMIL“ für gutes Kinderfernsehen.
Ihre Premiere hatte die Serie in Deutschland übrigens seinerzeit im Internet, wo sie auf der Super-RTL Website noch vor dem Fernsehstart vorgestellt wurde.

Originaltitel Angela Anaconda
Idee Sue Rose, Joanna Ferrone
Produktionsfirma DECODE (Kanada) in Koproduktion mit C.O.R.E. Digital Pictures;
Fox; Teletoon
Ausführende Produzenten Sue Rose; Joanna Ferrone; Steven DeNure; Neil Court
Produzent Beth Stevenson
Regie John Halfpenny
Drehbuch John Frizzell; Robert Lamoreaux; Kat Likkel; Mark Myers u.a.
Originalmusik Pat Irwin; Trevor Morris
Jahr 1999 – 2002
Zahl der Folgen 65 Folgen