
Copyright Aardman Animation
Chicken Run - Hennen rennen
Mit "Chicken Run" hergestellt in dem Studio für Knetfiguren, den
britischen Aardman Studios, schaffte jetzt ein weiterer Film in der aufwendigen
Stop Motion Technik den Sprung auf die große Leinwand. Bekannt wurde der Macher
Nick Park vor allem durch seine genialen "Wallace &
Gromit"-Filme, für die er auch schon zwei "Oscars" einheimste
(neben einen weiteren "Oscar" für "Creature Comfort"). Park
stellte aber nicht seine beiden Helden in den Mittelpunkt, sondern eine Schar
Hühner unter der Leitung der mutigen Henne Ginger.
Seine Vorliebe für Hühner hat Park schon vorher gezeigt: Im Videoclip
"Sledgehammer" animierte er die beiden tanzenden kopflosen Hähnchen,
im Oscar-Gewinner "Creature Comfort" ziehen sich im Hintergrund
Hühner ihre Pappschnäbel ab und in "The Wrong Trousers" verkleidet
sich der Pinguin mit einem Hahnenkamm. Nun also ein ganzer Film voller Hühner.
Die Geschichte ist schnell erzählt: Eine Hühnerschar lebt in einer großen und
tristen Legefarm in Yorkshire/England. Die Besitzerin Mrs. Tweedy zwingt die
Hühner zu Höchstleistungen bei der Ei-Produktion. Dagegen begehrt die tapfere
Henne Ginger auf und versucht sich und ihre Leidensgenossinen aus der
Gefangenschaft zu befreien - erfolglos. Neue Hoffnung keimt auf, als es eines
Tages den coolen, amerikanischen Rhode Island Red Rooster Rocky auf die Farm
verschlägt. Er soll den Hennen das Fliegen beibringen, damit endlich die Flucht
gelingt. Die Zeit drängt, denn Mrs. Tweedy hat sich eine Maschine kommen
lassen, die die Hennen zu Hühnerpasteten verarbeiten soll ("Hennen rein -
Pasteten raus"). Da zeigt sich, dass es mit den Flugkünsten von Rocky
nicht so weit her ist....
"Chicken Run" bietet alles, was ein guter Animationsfilm haben
sollte. Zwar ist die Geschichte nicht sehr originell - tatsächlich lehnt sie
sich bewußt an den Kriegsgefangenen-Fluchtfilm "Gesprengte Ketten" an
- aber dank der liebevoll und aufwendig gestalteten Knetfiguren ist der Film
nie ein billiger Abklatsch. Die einzelnen Hennen sind jede für sich
unterschiedliche Charaktere. Da ist die mutige Ginger, der coole Rocky, die
einfältige, stets strickende Babs,die dicke Bunty, die schottische Ingenieurin
Mac und der von den alten Kriegstagen schwadronierende Alt-Hahn Cptn. Fowler.
Aufwendig gestaltet wurden auch Mrs. Tweedy mit ihrem trotteligen Ehemann und
Nebenfiguren wie zwei geschäftstüchtige Ratten.
Es gibt Klamauk, Slapstick, eine Liebesgeschichte und rasant-dramatische
"Action"-Szenen. Und das alles mit Plastilin-Figuren in absolut
flüssiger Animation!!!
Die aufwendige "Stop Motion Technik" ist das Markenzeichen der
britischen Aardman Studios. "Stop Motion" bedeutet, dass jedes der 24
Bilder einer Filmsekunde einzeln aufgenommen und jede Bewegung der Knetfiguren
millimetergenau ausgeführt werden muss. Diese Fleißarbeit dauerte 1,5 Jahre, in
der rund 2 Tonnen Knete und weitere 42 Millionen Knete - diesmal in Form von
Dollars - verbraucht wurden. Aardman musste sich deshalb einen potenten
Produktionspartner suchen, den man in Spielbergs Produktionsfirma
"Dreamworks" ("Prinz von Ägypten") fand.
Der Kontrollfreak Park hatte auch mit Disney verhandelt, aber zu großen
Einfluss des Trickfilmgiganten auf seinen Film befürchtet. Um den Film
überhaupt fertig zubekommen, wurde an 28 "Sets" parallel gearbeitet -
von Ginger und Rocky gab es jeweils allein 15 Exemplare. Park und Lord sorgten
für die Koordination.
Der Erfolg lohnte die Mühe: In den USA knackte man die 100 Millionen
Einnahmegrenze und "Chicken Run" wurde der erfolgreichste
Nicht-Disney Trickfilm. In Deutschland sind mehr als 1,5 Millionen Besucher
ebenfalls ein achtbares Ergebnis.
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Originaltitel |
Chicken
Run |
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Produktionsfirma |
Aardman Animations; Allied Filmmakers |
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Co-Produktionsfirma |
Dreamworks SKG |
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Produzenten |
Nick Park; Peter Lord; David Sproxton |
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Ausführende Produzenten |
Jake Eberts; Michael Rose |
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Regie |
Nick Park und Peter Lord |
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Buch |
Karey Kirkpatrick nach einer Idee von Nick Park und Peter Lord |
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Jahr |
2000 |
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Länge |
84 Minuten |
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Internetadresse |
tobisfilmkunst.de/chickenrun/indexflash.html |
